FAQs zur Digitalisierung

Was wird alles digital? Wie verändert das unser Leben? Und wer kümmert sich eigentlich darum? Bestimmt haben auch Sie viele Fragen zur Digitalisierung der Verwaltung. Die FAQs geben Ihnen erste Antworten.

Bund, Länder und Kommunen arbeiten mit Unterstützung der Föderalen IT-Kooperation (FITKO)  an der Digitalisierung und OZG-Umsetzung als ein großes Team.

  • Das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) schafft den rechtlichen und organisatorischen Rahmen, ist zentraler Ansprechpartner, sorgt für den Portalverbund und stellt wichtige Komponenten der Digitalisierung bereit.
  • Die Bundesressorts setzen für ihre fachlichen Themen das OZG auf Bundesebene um. Zum Teil arbeiten sie auch mit den Ländern federführend in den Themenfeldern.
  • Die Bundesländer teilen sich die Arbeit untereinander. Mit dem „Einer-für-Alle“-Prinzip entwickelt je ein Land federführend eines der 14 Themenfelder der Verwaltungsleistungen auf Landesebene. Zum Schluss werden alle entwickelten Online-Dienste für alle zur Nachnutzung bereitgestellt.
    Die Bundesländer regeln über ihre Digitalisierungsgesetze die konkrete Umsetzung innerhalb des Bundeslandes und die Bereitstellung von Angeboten für die Kommunen.
  • In den Kommunen findet der Großteil des Vollzugs der Verwaltung statt. Das bedeutet, sie bearbeiten in Fachverfahren die Anliegen und Anträge der Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen. Die Kommunen haben die Aufgabe, die Online-Dienste anzubieten und die Daten in ihren Fachverfahren zu verarbeiten.
  • Die Föderale IT-Kooperation (FITKO) koordiniert mit Bund, Ländern und Kommunen das Digitalisierungsprogramm Föderal und kümmert sich um einheitliche Standards in der öffentlichen IT. Träger der FITKO sind alle Länder und der Bund.
  • Die IT-Dienstleister der Kommunen (z.B. die GovConnect) unterstützen die Kommunen bei der Digitalisierung.

Um sich vorzustellen wie die Digitalverwaltungen in Zukunft aussehen und funktionieren, ist ELSTER ein gutes und allseits bekanntes Beispiel. Über das kostenlose Onlineportal senden bereits 31,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger ihre Steuererklärung mit wenigen Klicks an das Finanzamt. Alles ist verständlich erklärt und garantiert volle Datensicherheit.

Gefühlt wird es sicher sehr viel weniger Bürokratie. Darüber, wer zuständig ist und wo Sie welche Papiere in welcher Reihenfolge beantragen, müssen Sie sich in Zukunft keine Gedanken mehr machen. Dafür gibt es die neue Nutzerfreundlichkeit.

Grundsätzlich werden aber unsere bestehenden Verwaltungsverfahren – mitsamt ihren Anforderungen, unsere Gesetzte einzuhalten – digitalisiert. Faktisch wird es also nicht weniger kompliziert oder weniger Bürokratie. Dennoch wird im Prozess der Digitalisierung jeder Verwaltungsvorgang in seine Einzelteile zerlegt und auf Möglichkeiten untersucht, sie gesetzeskonform zu modernisieren und zu verschlanken.

Vorher Nachher
Termine und Wartezeiten. Sie erledigen Ihre Angelegenheiten online, wann Sie wollen.
Ein häufig weiter Weg zum Amt. Sie erledigen Ihre Angelegenheiten online von überall.
Welches Amt ist zuständig? Im neuen Serviceportal klicken Sie einfach an, worum es Ihnen geht und gelangen automatisch zum richtigen Amt.
Formulare ausdrucken, unterschreiben, einscannen, abschicken. Sie füllen Ihre Formulare komplett online aus.
Sie müssen unterschreiben und/oder persönlich vorbeikommen. Ihr persönliches Nutzerkonto sorgt für Ihre Authentifizierung.
Manchmal müssen Sie für ein Anliegen zu verschiedenen Behörden. Behörden können untereinander Ihre Daten, Formulare, Anträge etc. weitergeben – bei voller Datentransparenz und gleichzeitiger Datensicherheit.
Alles ist ein bisschen zäh und nervenaufreibend. Die gesamte Bearbeitung wird schneller, effektiver und zuverlässiger.

Mit Ihrem neuen Nutzerkonto und dem Serviceportal gelangen Sie schneller an die richtige Stelle. Bisherige Formulare bleiben inhaltlich mehr oder weniger dieselben, da sie ja unseren Gesetzen entsprechen, sind dann aber digital schnell ausgefüllt und abgeschickt. Je nach Leistung findet die Bearbeitung im Amt vollautomatisiert oder teilweise digital statt, so dass Sie auch hier schneller mit einer Antwort rechnen können.

Natürlich ist sichergestellt, dass mit den digitalen Verwaltungsleistungen der Betrug mittels falscher Identitäten ausgeschlossen ist und Ihre Daten zugleich sicher sind. Je nach Verwaltungsleistung gibt es verschiedene Sicherheitsniveaus und Vertraulichkeitsgrade. Für manche Leistungen reicht Ihre Identifizierung mit einem Passwort. Bei hohem Vertraulichkeitsgrad müssen Sie sich zusätzlich authentifizieren – mit Ihrer BundID oder MUK (Mein Unternehmenskonto). Eine Unterschrift ist künftig nicht mehr nötig.

  • Um die Online-Dienste für Verwaltungsleistungen zu nutzen, brauchen Sie eine BundID. Diese müssen Sie nur einmalig anlegen und können sie dann Ihr Leben lang nutzen. Für die BundID authentifizieren Sie sich zum Beispiel mit der Online-Funktion Ihres Personalausweises. Hier können Sie sich für Ihre BundID registrieren.
  • Für Unternehmen und Organisationen gibt es das MUK (Mein Unternehmenskonto), das auch für Ihre Kolleginnen und Kollegen zugänglich sein kann. Hierfür können Sie sich auch mit Ihrem ELSTER-Zertifikat authentifizieren.
  • Sie können die Grunddaten Ihres Kontos freiwillig speichern und Ihre elektronischen Formulare werden dann automatisch ausgefüllt. Im Datenschutzcockpit können Sie einsehen, welche Ihrer Daten wann, an wen und warum weitergegeben wurden.
  • Ihr Nutzerkonto enthält ein sicheres Postfach für Ihre Kommunikation mit den Ämtern.
  • Sie können Ihr Nutzerkonto jederzeit selbst löschen.

Kurze Antwort? Ja. Würde alles von einer zentralen Regierung bereitgestellt werden, würde es vermutlich schneller gehen. Der Föderalismus ist jedoch in Deutschland ein zentrales Prinzip unserer Verfassung und schützt unsere Demokratie. Damit erhalten die Kommunen direkteste Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger, kennen ihre Bedarfe und regionale Besonderheiten. Die Kommunen und nicht der Staat sind weitestgehend für die Verwaltung zahlreicher unserer Lebenssituationen zuständig. Den Kommunen wurden gesetzlich viele Aufgaben von Bund und Land übertragen, damit es für die Nutzerinnen und Nutzer öffentlicher Dienstleistungen vor Ort Serviceangebote gibt. Damit liegt eine große Last der Digitalisierung bei den vielen, voneinander unabhängig agierenden kommunalen Verwaltungen – und ist damit komplizierter, aufwendiger und zeitintensiver.

Die neuen Verwaltungsleistungen entstehen in 38 sogenannten Digitalisierungslaboren verteilt auf unsere Bundesländer. Hier arbeiten nicht nur Verwaltungs- und IT-Spezialisten, sondern auch Bürgerinnen und Bürger. Je Labor sind 10 bis 30 von ihnen direkt am Entwicklungsprozess der neuen Verwaltungsleistungen beteiligt. Sie klicken sich durch die Prototypen und prüfen die durchgehende Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit, vom Design bis zur Verständlichkeit der Inhalte.

Die beteiligten Bürgerinnen und Bürger werden extra so ausgewählt, dass sie eine möglichst große Bandbreite unserer Gesellschaft repräsentieren.

Ganz allgemein sind Vergleiche zwischen verschiedenen Staaten schwierig. Größe, Einwohnerzahl, Alter, Wohlstand und viele weitere Aspekte spielen eine Rolle und sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. Mit Blick auf häufig angeführte digitale Vorreiter wie Schweden oder Estland ist zum Beispiel zu sagen, dass sie deutlich kleiner sind als Deutschland und dementsprechend über eine einfachere und einheitlichere Verwaltungsstruktur und -gesetzgebung verfügen.

In Deutschland arbeiten die Verwaltungen mit hoher, verlässlicher Qualität. Alle Entscheidungen über beantragte Leistungen müssen aktuellen Gesetzen entsprechen. Wir stellen sicher, dass die Online-Dienste diese Qualitätsstandards gleichermaßen garantieren, während viele Schritte automatisiert ablaufen. Das bedeutet eine hohe Komplexität für die Entwicklung. Zum Beispiel:

  • Jedes Antragsverfahren wird juristisch geprüft und wenn möglich verschlankt beziehungsweise vereinfacht.
  • Je Antragsverfahren werden Sicherheitslevel und Datenschutz bestimmt.
  • Für manche Verfahren müssen verschiedene Behörden integriert werden.
  • Sichere Identifizierung der Nutzenden (BundID und MUK)
  • Sichere, verschlüsselte E-Mail-Postfächer
  • Sicheres Bezahlverfahren (ePayment)
  • Barrierefreie Gestaltung je Online-Dienst
  • Sorgfältige Erprobung und Prüfung je Online-Dienst

Generell ist die Verwaltungsdigitalisierung ein aufwendiger Modernisierungsprozess. Neben den Online-Diensten gehören dazu zum Beispiel:

  • Neue digitale Bearbeitungsprozesse innerhalb der Verwaltungen
  • Elektronische Akten (eAkte)
  • Fälschungssichere digitale Dokumente
  • Management zum nachhaltigen Speichern von eAkten und Dokumenten
  • Verknüpfung und Kommunkation verschiedener Behörden auf Landes- und kommunaler Ebene
  • Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zur Digitalisierung aus Bundesebene und EU-Recht
  • Schutz unserer IT-Systeme durch effektive Cybersicherheitsmaßnahmen

Viele wichtige Verwaltungsleistungen, wie zum Beispiel Elterngeld, Einbürgerung und Baugenehmigung, liegen in kommunaler Zuständigkeit. Die Kommunen bestimmen selbstständig, in welcher Reihenfolge sie sie digitalisieren. Es hängt also von Ihrem Wohnsitz ab, was Sie schon online erledigen können. Welche Online-Dienst für Sie schon funktionieren, erkennen Sie mit wenigen Klicks im Serviceportal Niedersachsen.

Unsere Verwaltungen regeln viele Aspekte des täglichen Lebens, privat wie beruflich. Von der Geburtsurkunde bis zur Unternehmensanmeldung sind wir mit Ämtern in Kontakt. Wir erwarten, dass unsere Anliegen möglichst schnell und genau erledigt werden. Die Digitalisierung der Verwaltungen macht das möglich und sorgt zudem für mehr Bequemlichkeit und ständige Erreichbarkeit per Klick.

Das OZG verpflichtet Bund, Länder und Kommunen ihre Verwaltungsleistungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen auch online anzubieten.

Das Gesetz wurde 2017 von Bund und Ländern beschlossen. Die Umsetzung sollte bis Ende 2022 geschehen. Wegen des enormen Aufwands war das jedoch ein unrealistisches Ziel. Das Folgegesetz „OZG 2.0“ bestimmt nun langfristige Strukturen für die Verwaltungsdigitalisierung.

Sie suchen eine bestimmmte Verwaltungsleistung? Dann können Sie diese gezielt suchen im Serviceportal Niedersachsen.

Das Serviceportal ist die Internetseite, auf der Sie an einer Stelle von überall und jederzeit auf alle kommunalen Services zugreifen können. So läuft das ab:

  1. Sofern für Ihr Anliegen nötig, authentifizieren Sie sich hier mit Ihrem Nutzerkonto.
  2. Im Serviceportal wählen Sie aus 14 Themenfeldern und nachgelagerten Menüs, was sie brauchen. Egal welche Behörde für Ihr Anliegen zuständig ist, Sie gelangen automatisch an die richtige Stelle.
  3. Schritt für Schritt mit verständlichen Anleitungen erledigen Sie dann Ihre Angelegenheiten direkt online.
  4. Weitere Services helfen Ihnen, zum Beispiel Checklisten zu bestimmten Themen.
  5. Haben Sie weitere Fragen, hilft Ihnen die persönliche Beratung, zum Beispiel via Telefon-Hotline oder Chat.

Das Serviceportal für Niedersachsen wird laufend aktualisiert. Wir arbeiten daran, es so nutzerfreundlich wie möglich für Sie zu gestalten.

Im Themenfeld Gesundheit entwickelte Niedersachsen insgesamt 16 barrierefreie Online-Dienste, mit den Bürgerinnen und Bürger jetzt alles rund um Gesundheitsvorsorge, Behinderung, Pflege, Krankheit oder Tod erledigen können.

Bei der Entwicklung war Niedersachsen im Bundesvergleich vorbildlich schnell und hat seine Online-Dienste vor der Frist fertiggestellt. Alle niedersächsischen Gesundheits- und Sozialämter haben bereits 2023 mit der Implementierung begonnen.
Kontinuiertlich organisiert das Land Niedersachsen auch Informationsveranstaltungen für andere Bundesländer und Kommunen (nach dem EfA-Prinzip), die die Online-Dieste des Themenfelds Gesundheit nachnutzen wollen.

Die 16 Online-Dienste des Themenfelds Gesundheit im Überblick:

Verwaltungsleistungen der Kommunen

  • Anzeige von Wasserversorgungsanlagen und Nichttrinkwasseranlagen
  • Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz
  • Bestattung
  • Bestattungskostenhilfe
  • Blindenhilfe
  • Eingliederungshilfe
  • Hilfe zur Pflege
  • Hilfe zur Weiterführung des Haushalts
  • Landesblindengeld
  • Leichenpass
  • Sterbefallanzeige und Sterbeurkunde
  • Todesbescheinigung

Verwaltungsleistungen von Landesbehörden

  • Begleitende Hilfe im Arbeitsleben
  • Beschwerde über Sozialversicherungsträger
  • Patientenanliegen
  • Schwerbehindertenausweis

Ganz allgemein geht es darum, Informationen vom Analogen ins Digitale zu überführen, um eine computergestützte, schnellere und effizientere Datenverarbeitung nutzen zu können. Als Innovationsschub schreitet der digitale Wandel in allen Bereichen unseres Lebens voran – Arbeit, Freizeit, Wirtschaft, Verkehr, Bildung, Gesundheit und und und. Damit wir alle überall an der Digitalisierung teilhaben können, wird parallel auch die Breitband-Infrastruktur weiter ausgebaut.

Mitten im digitalen Wandel befinden sich auch unsere öffentlichen Verwaltungen mit Ministerien, Behörden und Ämtern. Sie stellen Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, immer mehr Verwaltungsleistungen digital und einfach nutzbar zur Verfügung. Zugleich modernisieren und digitalisieren die Verwaltungen auch ihre internen Prozesse. Wie genau das Land Niedersachen und unsere Kommunen diese große Aufgabe aktuell anpacken und was das für Sie bedeutet, darum geht es auf dieser Website.

Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen erhalten volle Kontrolle und Transparenz über die Verwendung Ihrer Daten. Dazu verfügt das Nutzerkonto über ein Datenschutzcockpit.
Es zeigt, welche öffentliche Stelle wann und aus welchem Grund persönliche Daten speichert und unter Verwendung der neuen ID-Nummer weitergibt.

Lesen Sie hier mehr dazu.

Kurz gesagt: Alles wird schneller, einfacher und bequemer.

  • Die Arbeit innerhalb und zwischen den Verwaltungen wird schneller und effizienter.
  • Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sparen Zeit für wichtigere Dinge.
  • Unsere Wirtschaft bleibt im sich ständig beschleunigenden weltweiten Wettlauf am Ball.
  • Die digitalen Verwaltungen fördern Teilhabe und sind barrierefrei. Davon profitieren beispielsweise Menschen auf dem Land, Ältere, Menschen mit Behinderung oder Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Die persönliche Beratung ist natürlich weiterhin möglich.
  • Digitalisierung bringt auch Nachhaltigkeit. Zum Beispiel wird viel Papier eingespart, nichts mehr verschickt oder gelagert. Zugleich entfällt für Bürgerinnen und Bürger der Weg aufs Amt per Pkw, ÖPNV oder Rad.
  • Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen erhalten ein Nutzerkonto einschließlich eines Postfaches, mit dem alle Behördengänge in Zukunft digital erledigt werden können.

Rathäuser wird es auch in Zukunft geben. Sie bleiben ein lebendiger, öffentlicher Ort für bürgerliche Belange. Sie stehen weiterhin offen für individuelle Beratungen, Beurkundungen, die Ausgabe von Ausweisdokumenten oder auch Hochzeiten. Durch digitale Prozesse sparen die Bürgerinnen und Bürger viele Wege. Gleichzeitig wird die Bearbeitung von Anträgen und anderen Anfragen schneller und effizienter. Die Digitalisierung spart natürlich auch Platz bei der Archivierung von Akten.

Verwaltungsleistungen, die besonders häufig beantragt werden, sollen zuerst digitalisiert werden. Dazu haben Bund und Länder 16 sogenannte Fokusleistungen beschlossen. Nach dem Prinzip „Einer für Alle (EfA)“ sollen die Länder die jeweils entwickelten Online-Dienste anderen Bundesländern und insbesondere deren Kommunen zur Nachnutzung zur Verfügung stellen.

Zu den Fokusleistungen gehören:

  • Anlagengenehmigung und -zulassung
  • Bauvorbeschied und Baugenehmigung
  • Bürgergeld
  • Eheschließung
  • Einbürgerung
  • Führerschein
  • Handwerksgründung
  • Kraftfahrzeugzulassung, Um- und Abmeldung
  • Öffentliche Vergabe
  • Personalausweis
  • Ummeldung
  • Unterhaltsvorschuss
  • Unternehmensanmeldung & -genehmigung

Bei der Verwaltungsdigitalisierung werden IT-Dienstleister gebraucht. In Niedersachsen sind dabei maßgeblich beteiligt das landeseigene Unternehmen IT.Niedersachsen und das kommuneneigene Unternehmen GovConnect. Wir stellen Sie Ihnen vor: Wir machen das

Darüber hinaus können Kommunen, wenn gewünscht, selbstständig privatwirtschaftliche IT-Dienstleister beauftragen.

In Deutschland kann der Bund die Aufgabe von Entwicklung und Umsetzung der Digitalverwaltungen nicht allein übernehmen. Unser Föderalismus bestimmt die Selbstorganisation der Länder.

Jedes Bundesland hat in bestimmten Bereichen eigene Kompetenzen und Gesetze – wie zum Beispiel im Gesundheitswesen, was während der Covid-19-Pandemie deutlich wurde. Sogar Kommunen haben unterschiedliche rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten – zum Beispiel nach welchen Kriterien ein Baum gefällt werden darf oder wie hoch die Hundesteuer ausfällt. Die unterschiedlichen Regelungen bedingen unterschiedliche Abläufe und Informationsanforderungen in den Behörden. Zum Beispiel wenn es darum geht, eine Genehmigung zu erteilen.

Zudem können jedes Land und jede Kommune ihre IT-Infrastrukturen selbst bestimmen, womit auch eine Einheitlichkeit der technischen Systeme und Schnittstellen fehlt.

Letztendlich müssen Bund, Länder und Kommen dennoch gemeinsam die sehr heterogene Verwaltungsstruktur Deutschlands inhaltlich und technisch modernisieren und digitalisieren. Das ist komplexer als man denkt und erfordert umfangreiche Abstimmungen.

Ja, eindeutig, denn Nutzerorientierung hat höchste Priorität im gesamten digitalen Verwaltungsumbau. Die neuen Leistungen werden extra so entwickelt, dass sie für die jeweiligen Zielgruppen der Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen so bequem und leicht verständlich wie möglich sind.

Dafür gibt es sogar strenge Richtlinien. Somit werden alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig von Alter, Herkunft oder Behinderung Zugang zu digitalen Dienstleistungen haben. Das zeigt sich in einfacher Menüführung bis hin zur weitestgehend einfachen, bürgernahen und genderneutralen Sprache.

Wir sind mitten im Digitalisierungprozess. Bund, Länder und Kommunen arbeiten gemeinschaftlich und stellen immer mehr Verwaltungsleistungen als bequeme Online-Dienste zur Verfügung. Dabei liegt die oberste Priorität darin, die am häufigsten genutzten Leistungen (Fokusleistungen) zuerst zu digitalisieren. Die Fokusleistungen werden von verschiedenen Bundesländern entwickelt (EfA-Prinzip), dann in Niedersachsen auf unser geltendes Recht geprüft und notfalls angepasst. Schließlich werden die neuen Online-Dienste den niedersächsischen Kommunen bereitgestellt und dort angebunden. Wann genau alle Fokusleistungen in den Kommunen verfügbar sind, lässt sich nicht klar voraussagen.

Gebühren müssen Sie bei vielen Verwaltungsleistungen nicht mehr bar oder mit EC-Karte im Amt bezahlen, sondern es gibt Bezahlmöglichkeiten per ePayment. Die Online-Bezahlung ist direkt in den Online-Dienst eingebunden. Sie ist sicher und einfach zu bedienen.

Alle Online-Dienste der Verwaltungen sind barrierefrei. Das wurde im Onlinezugangsgesetz (OZG) extra verankert. Dafür gibt es klare Richtlinien, wie die Barrierefreiheit umgesetzt wird. Zudem werden einzelne Online-Dienste mit den entsprechenden Zielgruppen ausführlich getestet.

Zu den barrierefreien Funktionen gehören beispielsweise:

  • Screen-Reader, die Seiten direkt und automatisiert vorlesen.
  • Vergrößerung von Text für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen.
  • Erläuterungen in Leichter Sprache oder Gebärdensprache.

Eine generelle Fähigkeit, Internetseiten zu bedienen, ist dennoch notwendig.

Der digitale Wandel erleichtert die Arbeit in den Verwaltungen und macht sie effizienter. Neben den Online-Diensten für Verwaltungsleistungen spielt dabei die elektronische Akte (eAkte) eine zentrale Rolle. Viele Akten sind bereits per Mausklick digital für die zuständigen Verwaltungsmitarbeitenden verfügbar. Für die Mitarbeitenden bedeutet die Digitalisierung eine große Entlastung und ermöglicht das Arbeiten im Homeoffice. Dies trägt auch zur Familienfreundlichkeit bei und hilft trotz Fachkräftemangel geeignetes Verwaltungspersonal zu finden.

Wann wofür welches Amt zuständig ist, ist für die meisten Bürgerinnen und Bürger nicht nachvollziehbar. Kein Wunder, die Strukturen sind über etliche Jahrzehnte gewachsen. Jetzt wird die Transparenz entscheidend verbessert.

Die knapp 600 deutschen Verwaltungsleistungen wurden neu sortiert, entsprechend unserer Lebenswirklichkeit. Es sind 14 Themenfelder entstanden, die mit ihren Unterkategorien insgesamt 35 verschiedene Lebens- sowie 17 Unternehmenslagen widerspiegeln:

  • Arbeit und Ruhestand
  • Bauen und Wohnen
  • Bildung
  • Ein- und Auswanderung
  • Engagement und Hobby
  • Familie und Kind
  • Forschung und Förderung
  • Gesundheit
  • Mobilität und Reisen
  • Querschnittsleistungen
  • Recht und Ordnung
  • Steuern und Zoll
  • Umwelt
  • Unternehmensführung und -entwicklung

Zukünftig finden Sie im Serviceportal die Liste dieser 14 Themen, aus der Sie Ihr Thema wählen und mit wenigen Klicks zur Erledigung Ihres Anliegens gelangen – egal welches Amt oder welche Behörde zuständig ist. Dahinter steht eine gigantische Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen.

Ja. Es muss ja nicht jeder alles selbst erfinden. Um Zeit und Geld einzusparen wurde das „Einer für Alle“-Prinzip (EfA) erfunden. Einer entwickelt, die anderen können das Ergebnis nutzen.

Für jedes der neu definierten 14 Themenfelder entwickelt ein Team aus einem Bundesland, seinen IT-Partnern und dem zuständigen Bundesressort die neuen digitalen Leistungen in sogenannten Digitallaboren. Dabei gelten für alle die gleichen strengen Standards, zum Beispiel für Nutzerfreundlichkeit, Qualität und Datensicherheit.

Niedersachsen ist federführend für das Themenfeld Gesundheit.

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